| Disclaimer:
Dies ist die persönliche Geschichte meiner Stallsuche, als ich im Sommer 2002 einen Platz für zwei Ponies mit besonderen und verschiedenen Ansprüchen genau zum 1. September benötigte. Sie ersetzt niemals die eigenen Stallsuche und enthält auch keine objektiven Bewertungen. Ställe, die ich ganz schrecklich fand, sind nicht namentlich erwähnt, weil ich hier niemanden verunglimpfen will und weil es manchmal eben auch auf den ersten Eindruck oder die eigene Stimmung ankommt. Wenn ich eines Tages mal ein Pferd mit anderen Ansprüchen habe, oder einfach meine Meinung ändere - auch das soll ja vorkommen - könnte es sein, daß ich plötzlich einen Stall hervorragend finde, den ich diesmal verschmäht habe. Außerdem kommt es ja auch vor, daß Ställe sich verändern... |
Ja, aber wo fängt man an, wenn einem die Gegend völlig fremd
und die ganze Aktion eigentlich ein Graus ist?
Als erstes steckte ich meine Nase in die Zeitung und recherchierte
ein wenig im Internet. Dort fand ich zwei Ställe, den Bürgerbuschhof
und Gut Reuschenberg. Ersterer schrieb mir zwar eine sehr nette eMail zurück,
hatte aber keinen Platz, letzterer antwortete nicht. Ein Kollege kannte
Gut Blee in Monheim, eine bestimmt sehr schöne Anlage, aber nicht
das Richtige für meine beiden Ponies.
Aus der Zeitung hatte ich eine Adresse aus Langenfeld, "Box mit eigenem
Paddock" hatte es in der Anzeige geheißen. Gespannt fuhr ich hin.
Als erstes stieß mir auf, daß ein Pony einsam im Stall stand
und sehnsüchtig zu den anderen herüber wieherte, eine erzieherische
Maßname gegen die Besitzerin, die sich "nicht ordentlich um ihr Pferdchen
kümmere..." Pfui Teufel, solche "erzieherischen Maßnamen bitte
nicht auf Kosten der Tiere!" Die Stallordnung war auch nicht in meinem
Sinne: "Hunde und Kinder unerwünscht, selber misten - aber bitte nicht
Sonntags, Stallruhe ab 20 Uhr" - da komm ich ja erst! Nein, in diese Stallgemeinschaft
passte ich wirklich nicht.
Im Internet stieß ich auf die Western-
und Freizeitpferdefreunde Wiebachtal, ein Stall ganz nach meinem Geschmack,
aber leider kein Platz. Dafür hatten sie Stallfest und dort konnte
ich bestimmt weitere Pferdeleute kennenlernen.
Außerdem schickte ich eine eMail an die VFD
Gruppe Leverkusen
Burscheid mit der Bitte um Hilfe und Tipps zu meiner Stallsuche. Von
dort bekam ich sehr viel Unterstützung - vielen Dank für all
die lieben Antworten!!!
Ausgerüstet mit Karte und Bleistift lernte ich auf dem Stallfest der Wiehbachtaler viele Pferdeleute kennen und konnte mehrere Kringel in meine Karte einzeichnen. Die nächsten Wochenenden verbrachte ich dann damit, mir die Ställe anzusehen.
Nun, inzwischen hat sich Einiges getan, ich habe bestimmt 25 Ställe
besichtigt oder kontaktiert, bis ich endlich das Geeignete gefunden habe.
Dabei waren nicht alle
Ställe schlecht, die ich gesehen habe, manchmal haperte es einfach
daran, daß blos eine Box frei war - oder eben keine oder einfach
daran, daß mein Liebling eine Stute ist... meistens an den Stallzeiten.
Doch von Anfang an, von dem Wiehbachtaler Stallfest bin ich zum Kötterhof gefahren, der wäre zwar nicht optimal gewesen, aber für den Anfang wäre es gegangen, dort war aber blos eine Boxe frei. Nebenan der Wiebertshof gefiel mir nicht, die hatten ein paar Regeln, die mir nicht passten (Hufe in der Box auskratzen, Pferde bis 19 Uhr von der Weide geholt haben, am WE werden sie nicht rausgebracht...) außerdem waren die freien Boxen für meinen verwöhnten Geschmack zu klein und zu dunkel und überhaupt - es gibt dort aber auch sehr schöne helle Paddockboxen, aber die sind nur über eine Warteliste zu bekommen und ich suchte ja einen "Traumplatz ab sofort". Danach habe ich eine Wohnung besichtigt, aber zuerst wollte ich ja die Pferde unterbringen. Von dort habe ich Hummelsheim (junior) gesucht, das liegt direkt am Dhünnwald. Dort gefiel es mir auch, obwohl die Boxen recht dunkel waren, aber die Leute waren sehr nett und die Pferde kommen JEDEN Tag raus, egal wie das Wetter ist. Allerdings hatte ich dort Sorge, daß es zu viel Gras für meine Stute gibt und das Ausreitgelände dort ist doch recht einseitig ... Schließlich bin ich entnervt heim gefahren.
Sonntag habe ich mich frischen Mutes mit einer neuen Kollegin Ruth zusammen auf Tour begeben. Zuerst Flocke oben in Imbach. Das wäre genial gewesen, sogar recht günstig, da sie Box und Anlagenbenutzung getrennt berechnet, so daß es für meinen Rentner sehr billig und für meine Stute dafür etwas teurer geworden wäre, im Schnitt aber voll im Rahmen. Mit den Stallzeiten hätte ich mich schon abgefunden, Abstriche muß man ja immer machen, allerdings haperte es am Platz, eine Box war nicht frei, nur im Offenstall wäre noch Platz gewesen, dort nimmt sie aber keine Stuten...
Ruth wußte noch von einer Pony Ranch, das klang doch mal interessant. Wir haben sie auch tatsächlich gefunden, aber nur 2 Einstaller angetroffen. Als wir gerade wieder fahren wollten, begegneten wir drei Reitern, die wir gleich gefragt haben, was sie noch so kennen. Die kannten dann den Grunderhof, wo wir auch gleich hingefahren sind. Auf dem Weg dahin habe ich erstmal eine Krise bekommen, weil die Straße so schrecklich eng war, der Tunnel unter den Bahngleisen noch enger und auf dem Hof konnte ich auch nur so gerade eben wenden. Angetroffen haben wir dort die Tochter, die meinte, daß ab September zwei Boxen frei wären und uns die Telefonnummer mitgegeben hat. Ruth bezweifelte allerdings, daß man da gut ausreiten könne. Zurück auf der Burscheidter Straße "im Freien" mußte ich erstmal tief durchatmen. Von da an ging es über die Höhen (da fühl ich mich ja gleich wieder wohl) zum Gut Engelrath. Dort würde es mir auch gefallen und durch die Volties gibt es da ja auch viele Kinder, das gefällt mir. Aber es liegt ja doch schon weiter draußen und mit dem Rad wäre es sehr anstrengend geworden. Es gibt dort zwei Reitplätze, die im Winter als Paddocks dienen, einen davon hätte Minchen im Sommer bewohnen sollen, aber ich war mir nicht sicher, ob die anderen Einstaller das mitmachen, wenn ihr Reitplatz im Sommer plötzlich auch Paddock ist. Außerdem fand ich die Boxen nicht schön. Es waren zwar Außenboxen ohne Gitter, aber auch ohne Kontakt zum Nachbarpferd. Danach besuchten wir Hummelsheim in Hummelsheim, haben aber niemanden (wirklich niemanden) angetroffen. Da war es aber auch schon nach 20 Uhr. Auf dem Heimweg habe ich noch am Riemenhof angehalten (das kannte eine Freundin von Ruth), das ist in Langenfeld. Dort ist es zwar auch sehr schön, aber auch sehr teuer und zusätzlich läßt er sich das Rausbringen und Reinholen der Pferde extra bezahlen.
Zu Hause habe ich erstmal alle Adressen sortiert und bin zu dem Entschluß gekommen, daß der Grunderhof und Hummelsheim am Dhünnwald meinen Wünschen doch am nächsten kommen. Zusätzlich schrieb mir Jutta von den Wiehbachtalern, daß man da am Grunderhof sehr wohl sehr schön reiten könne. Also rief ich da an und machte einen Termin aus.
Zwischendurch bekam ich über die Zeitung und das Internet noch
zwei Adressen in Langenfeld. Bei der einen kam mir der Hofbesitzer mit
einer starken Alkoholfahne entgegen und erklärte mir auch gleich,
daß wir meinen Wagen nehmen müssen, weil er im Moment nicht
fahren darf... Die Boxen waren dann auch indiskutabel, zugegittert bis
oben hin, nicht mal ein Guckfenster und da hätte Minchen 22 Stunden
drin gestanden, denn bei eingeschränktem Weidegang gab es keine Alternative
zur Box.
Der andere wäre für Reiter mit Turnierambitionen bestimmt
ok gewesen, aber ich fühlte mich dort doch sehr fehl am Platz und
Weide gabe es auch nicht. Den dritten Hof habe ich nach der Wegebeschreibung
nicht gefunden. Dort, wo es sein sollte, gab es keine Pferde, nur einen
Haufen Schrott. Aber die Umgebung war sehr schön. Darum tendierte
ich wieder mehr Richtung Langenfeld, das ist nicht so fremd, wenn man aus
dem Flachland kommt. Dazu passte allerdings die Wohnung nicht, die ich
mir angesehen hatte, darum sagte ich die nun vorläufig ab mit der
Begründung, ich wisse noch nicht, wohin mit den Pferden... die Dame
von der Wohnungsverwaltung kannte dann noch eine Adresse, den Teidscheider
Hof (das ist hinter Schleebusch kurz vor Glöbusch), dort könnte
sie mir auch eine Wohnung anbieten.
Dann bekam ich noch eine späte Antwort auf meine "Hilfe eMail" von einer Einstallerin vom Grunderhof, die alle meine Einwände zerstreuen konnte und ihre Erzählungen mir das Gefühl gaben, daß ich dort sehr gut hinpasse. Zum Teufel mit den Bergen, man kann sich schließlich an alles gewöhnen! Danke Silke :-)
Inzwischen meldeten sich die Wiehbachtaler, mit der guten Nachricht, daß sie anbauen... Also setzte ich mich wieder in mein Auto und fuhr zum xten Mal nach Lev, die Wiehbachtaler fand ich inzwischen schon ganz ohne Stadtplan. Dort haben wir das nochmal durchdiskutiert, mit der Halle, wo die neuen Boxen hinkommen, was sie kosten werden und wann sie fertig werden (im September...). Den Teidscheider Hof habe ich mir trotzdem noch angesehen, und der Termin am Grunderhof stand ja auch noch aus. Der Teidscheider Hof liegt wirlich superschön, hat viele Wiesen, vieieiel Platz, eine Rentnerherde und eine tolle Anlage, Reitschulbetrieb. Finanzierbar wäre es auch gewesen, weil Ponys 50 Euro Rabatt bekommen und durch die Renterwiese. Der Reitlehrer war auch sehr nett, bis ich meinte, daß es schon "nicht schlecht" wäre und eine weitere Interessentin mit Turnierambitionen kam (und die hab ich ja nicht). Der Blick in die Sattelkammer offenbarte dann auch, daß mein Sattel (Western) dort sehr auffallen würde (und ich als Freizeitreiterin auch) und meine Ponies sowieso. Es gab dort nämlich keine Ponies. Selbst die kleinen Kinder lernen auf Großpferden reiten. Für meine Pferde wäre es toll gewesen, aber ich wäre eher Außenseiter geworden, Exot eben. Der Haken war aber, daß Reiter automatisch Mitglied im Verein werden müssen und der ist sehr teuer (100 Euro Aufnahmegebür, 156 Euro Jahresbeitrag), inklusive Reitstunde, aber davon hab ich ja nichts.
Von da aus habe ich meinen Anhänger abgeholt und zur Einweihung erstmal einen Tag "Urlaub" in der Veluwe gemacht. Am Mittwoch drauf war ich dann endlich nochmal am Gunderhof, wenn man die richtige Straße nimmt, ist es auch garnicht sooo eng, der Bauer war sehr nett und mit den Einstallern habe ich mich ebenfalls gleich verstanden. Die Hofordnung hat mich auch sehr beeindruckt: "bei uns ist jeder willkommen, ob er sein Pferd reiten, fährt, führt oder nur pflegt"... so ungefähr jedenfalls. Es passte einfach genial, ich war da und wußte, hier gehör ich hin... Keine Stallzeiten, Ponies und Stuten willkommen, ein sehr netter Bauer und eine sehr nette Stallgemeinschaft, keine Gitter vor den Boxen, viel Weide aber auch ein Paddock im Sommer, ein Shettymix, das auch Diät halten muß, ein trockener beleuchteter Reitplatz, Westernunterricht... und ab September wird die 2.te Boxe frei :-) Es passte einfach.
Bei den Wiebachtalern wäre zwar auch Platz gewesen, da sie anbauen,
aber der Grunderhof gefiel mir doch noch einen Tick besser. Vielleicht
lag es einfach daran, daß es ein furchtbar regnerischer Tag war und
als ich mein Rad auspackte, um die Strecke zu testen, hörte es auf
und als ich so das Ölbachtal hochradelte, kam sogar die Sonne raus.
Ich war einfach superguter Stimmung.
Wie gesagt, das war ein Tag mit Dauerregen, aber genau da hat es aufgehört.
Also bin ich zu der Wohnung gefahren, hab mein Radl ausgepackt und die
Zeit gestoppt, die ich von dort zum Grunderhof brauche, es waren 28 Minuten
(inklusive 3x Karte gucken und 1 x umkehren) - optimal und oben schien
die Sonne.
Gleich Donnerstag früh habe ich die Wohnung zugesagt und mit einer
Portion Glück auch noch bekommen. Am Grunderhof hab ich inzwischen
auch zugesagt :-) und eine Zusage bekommen :-)))
Montag hab ich dann meinen Mitgliedsantrag für den VFD Lev abgeschickt
(der flog hier schon länger rum, aber den ersten hat mein Hase angeknabbert..),
nur zum Stammtisch hat meine Energie dann doch nicht mehr gereicht. :-(
Naja, da gibt es ja noch mehr und dann hab ich es auch nicht mehr so weit...